Kapstadt

Canyoning Smalsblaar – Von Wasserfällen, verrückten Guides und Pavianen

Der Tag begann ziemlich früh, um 5.30 Uhr um genau zu sein, da wir ab 6.00 Uhr von unserem Guide Brad jeweils von zuhause eingesammelt wurden. Nach einer einstündigen Fahrt hinaus in die Berge, erreichten wir schließlich den Startpunkt am „Du Toitskloof“-Pass, an welchem schon das restliche Team aus uns wartete. Hier wurden wir mit Kaffee, Tee und einem leichten Frühstück empfangen und konnten uns selbst Sandwiches für den Weg zubereiten, da wir den ganzen Tag unterwegs sein würden. Nachdem sich jeder einen Neoprenanzug und eine Gurt geschnappt hatte und wir ein Sicherheitsbriefing durchlaufen hatten ging es schließlich los, tief in die Berge Südafrikas.

Nach einem 15-minütigen Gehweg durch den Busch erreichten wir schließlich die Schlucht, welche den Namen Smalsblaar-Canyon trägt. Unser führender Guide Devon war ein erfahrener Adrenalinsportler und komplett verrückt. Mit seiner lustigen und sarkastischen Art brachte er die ganze Gruppe immer wieder zum lachen, konnte einem mit seiner Sprechart, einem Mix aus Brüllen und Singen, manchmal aber auch ganz schön Angst einflößen.

Am ersten Wasserfall angekommen, ging es mit 25 m Tiefe direkt zur Sache. An zwei Seilen gesichert, seilte ich mich langsam den Wasserfall ab, die Füße immer gerade am rutschigen Fels und die Schultern so weit wie möglich zurückgelehnt, um möglichst viel Stabilität zu gewährleisten. Zu Beginn war es schwer einzuschätzen wie viel Seil man sich selbst geben kann um in einem guten Tempo unten anzugelangen, doch daran gewöhnte man sich relativ schnell. Unten angekommen wurde ich von Brad erwartet der mich entsicherte. Nach ein paar Minuten Wartezeit waren alle sicher abgeseilt, weiter ging es.

Der Weg wurde mit kleineren Klettereien fortgesetzt und wir kamen schließlich an einem natürlichen Wasserbecken an, das wir als Pool und zum Klippenspringen benutzten. Nach einem leichten Herantasten von 2, 5 und 7 m ging es schließlich hoch auf 10 und 15 m. Devon zeigte uns ganz genau wo wir hinspringen mussten, da unter uns jede Menge Felsen aufragten, auf denen wir sicher nicht landen wollten. Nichtsdestotrotz sind 15 m extrem hoch und ich hatte zugegebenermassen ein bisschen Schiss, war am Ende aber froh das ich es gemacht habe, denn es war sicherlich mit das Highlight auf dieser Tour.

Nachdem wir zwei weitere Wasserfälle erfolgreich passiert hatten legten wir eine Mittagspause ein und aßen unsere Sandwiches, Obst und Schokolade. Gestärkt ging es dann zur finalen Etappe unseres Trips.

Diese führte uns über 40 und 50m hohe Wasserfälle, die gesprenkelt waren mit Farnen und Moos und kristallklares Wasser führten, welches man auch ohne Probleme trinken kann. Durch den Fynbos, eine spezielle Pflanzenart, die nur in der Kapregion wächst, wird diese Flora und Fauna so bereichert und bietet neben Pavianen, auch Leoparden und Kobras ein Zuhause.

Nachdem wir die letzte Hürde gemeistert hatten machten wir uns auf den Rückweg durch den Busch und entdeckten dabei zwei Paviane, die ganz nah auf den Felsen neben dem Wasserfall saßen, von welchem wir uns grade abgeseilt hatten. In diesem Moment raschelte es im Busch neben uns, und ein weiterer Pavian raste mit voller Geschwindigkeit in unsere Gruppe hinein und streifte dabei einen unserer Guides. Mein Herz schlug wie verrückt, ich glaube ich habe mich noch nie im Leben so erschrocken wie in diesem Moment. Und trotzdem war es im Nachhinein schon ziemlich beeindruckend die Natur wirklich in ihrem vollem Ausmaß zu erleben.

Eine kurze Wanderung brachte uns dann zurück zur Straße, wo uns ein Pick-Up erwartete, der uns zu unserem Startpunkt zurückbrachte. Hier genossen wir noch ein kaltes Bier und machten uns dann erschöpft aber glücklich zurück auf den Weg nach Kapstadt.

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