Kapstadt

Mein Alltag in Kapstadt

Nach nun mehr als der Hälfte meiner Zeit in Südafrika, ist so langsam der Alltag eingekehrt. Es ist normal geworden in einer fremden Stadt zur Schule zu gehen, tagtäglich English zu sprechen, in der Gastfamilie zu wohnen und mit dem Blick auf den Lions Head und über die Stadt aus dem Haus zu gehen.

Mein Tag in Kapstadt beginnt dabei immer mit einer Dusche, die, aufgrund der hier herrschenden Wasserknappheit, allerdings nie länger als zwei Minuten dauert. Nach einem kurzen Frühstück bestehend aus Toast mit Butter oder Cornflakes mit Milch, ja die Auswahl in meiner Gastfamilie ist nicht besonders groß, geht es dann zur Bushaltestelle und los zur Schule.

Einer zehnminütigen Busfahrt folgt ein fünfzehnminütiger Fußweg der mich über den Companys Garden, den für mich schönsten Park Kapstadts, führt. In diesem Garten mit einer langen Allee, sowie vielen kleineren Wegen mit Pflanzen jeder Art, tobt zu jeder Tageszeit das Leben. Allerdings muss auch gesagt sein, dass auch hier die große Schere zwischen Arm und Reich deutlich zu spüren ist. Der Park ist für viele Obdachlose ein zuhause, man wird oft angesprochen und nach Geld oder Essen gefragt. Die Menschen gehen zur Arbeit oder zur Schule, die Eichhörnchen jagen sich über die Bäume und der Tafelberg ragt majestätisch im Hintergrund auf.

Nach einem kurzen Weg über die Kloof Street, die hipste Straße in Kapstadt mit unzähligen Restaurants, Cafés und Geschäften, kommt man an der Schule an, die mitten im Viertel Gardens liegt. Die Schule ist ein großes, schönes Gebäude und beherbergt neben unzähligen kleinen Klassenräumen, die nach den Vierteln in Kapstadt benannt sind, auch einen Vorlesungs- und Computerraum, sowie eine kleine Cafeteria. Der Koch Brian zaubert hier regelmäßig leckere Sandwiches, Salate und diverse Kleinigkeiten und veranstaltet jeden Mittwoch ein südafrikanisches Braai.

Mein Stundenplan ändert sich fast jede Woche und dabei habe ich abwechselnd morgens und nachmittags Unterricht. In meinem Kurs bereiten wir uns auf das Cambridge CAE vor. Dabei üben wir natürlich speziell die Aufgaben, die das Examen beinhaltet, beschäftigen uns aber auch mit alltäglichen Ausdrücken, Redensarten im Englischen und Grammatik. Der Unterricht wird hierbei aber nie langweilig, weil unsere Lehrerin Tallulah immer sehr relaxt und lustig ist und eine Menge Abwechslung in den Unterricht bringt.

Nach oder vor dem Unterricht gibt es dann meistens immer noch etwas zu tun. Man trifft sich mit Freunden, geht zum Strand, wandern, in eine Bar, oder nimmt an einer der unzähligen Aktivitäten teil, die von der Schule angeboten werden.

Nach oft langen Tagen geht es dann, je nach Uhrzeit entweder mit dem Bus oder mit dem Uber nach Hause. Angekommen gibt es dann Abendessen, welches allerdings nicht von meiner Gastmutter, sondern von einem externen Koch zubereitet wird. Das hat den Vorteil, das jeder im Haus Essen kann, wenn er nach Hause kommt und wenn ihm danach ist. Die Gerichte reichen hierbei von Reis mit verschiedenen Soßen bis zu Nudeln mit Tomatensoße oder „Fish and Chips“ und sind meistens wirklich ok, manchmal aber auch nicht so gut. Zu Beginn musste ich mich auch an die teilweise anderen Zubereitungsweisen gewöhnen. Fast jedes Essen ist ziemlich scharf, es ist vollkommen normal Reis zusammen mit Kartoffeln zu essen und wenn es Fleisch gibt sind meistens auch immer die Knochen dabei.

Nach dem Abendessen werden dann schnell noch die Hausaufgaben erledigt und damit ist auch ein weiterer Tag in Kapstadt zu Ende. Die Zeit verfliegt wirklich extrem schnell und neigt sich langsam schon dem Ende zu. Aus diesem Grund genieße ich jede Minute in dieser aufregenden Stadt, in der ich mich jetzt eingelebt habe und sie auch schon als ein Stück zuhause bezeichnen kann.

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